Feuerwaffen (manchmal auch: «Schusswaffen»)

Feuerwaffen unterscheiden sich von anderen Waffen dadurch, dass ihre Geschosse durch den hohen Druck beschleunigt werden, der durch das Abbrennen von Schiesspulver in einem Rohr (dem Lauf) entsteht.

Repetierwaffen

Repetierwaffen sind Waffen, die a) ein Magazin fassen, aus welchem b) durch eine Ladebewegung (dem Repetieren) weitere Patronen nachgeladen werden können.

Selbstlader

Selbstlader sind Repetierwaffen, bei denen ein Teil der durch das Abrennen des Schiesspulvers freigesetzten Energie benutzt wird, um den Repetiervorgang auszuführen. Nach der Abgabe eines Schusses wird die Feuerbereitschaft – das heisst, der Auswurf der Patronenhülse, das Spannen des Abzuges und das Zuführen einer neuen Patrone aus dem Magazin – also selbstständig, ohne Zutun des Bedieners wieder erstellt.

Halbautomatische Waffen (auch: «Halbautomaten»)

Halbautomatische Waffen sind Selbstlader, die pro eine Betätigung des Abzugs einen Schuss abgeben, solange Munition vorhanden ist. Der Erwerb handelsüblicher Halbautomaten ist in der Schweiz heute bewilligungspflichtig.

Seriefeuerwaffen (auch: «vollautomatische Waffen», «Vollautomaten»)

Seriefeuerwaffen sind Selbstlader, welche bei gezogen gehaltenem Abzug – je nach Modell – zwischen etwa acht und zwanzig Schüssen pro Sekunde abgeben, bis der Abzug wieder losgelassen wird oder keine Munition mehr vorhanden ist. Seriefeuerwaffen zählen in allen Schengen-Mitgliedstaaten schon seit längerem zu den verbotenen Waffen. Auch in der Schweiz dürfen sie nur in Ausnahmefällen erworben werden, namentlich von anerkannten und wiederholt geprüften Museen und Sammlern.

Magazine (im revidierten Waffengesetz als «Ladevorrichtungen» bezeichnet)

Magazine sind mit der Waffe verbundene Behälter für Patronen, aus welchen diese durch manuelle oder automatisierte Selbstlader Ladebewegungen nachgeladen werden können. Magazine können fest in die Waffe eingebaut (verbreitet bei Jagdwaffen) oder auswechselbar sein (verbreitet bei Sport- und Militärwaffen). Bei Waffen mit auswechselbarem Magazin können Magazine mit unterschiedlichem Fassungsvermögen verwendet werden. Das Entfernen eines leeren und Einsetzen eines vollen Magazins («Magazinwechsel») kann in wenigen Sekunden bewältigt werden.

Magazine mit hoher Ladekapazität

Mit der EU-Richtlinie wird der Begriff des «Magazins mit hoher Ladekapazität» eingeführt. Als eine «hohe Ladekapazität» besitzend gelten Magazine für Handfeuerwaffen, die mehr als 10 Schuss fassen, sowie Magazine für Faustfeuerwaffen, die mehr als 20 Schuss fassen. Einen materiellen Grund für die Unterteilung zwischen «normaler» und «hoher» Ladekapazität gibt es nicht: Eine Waffe mit eingesetztem 11-, 21- oder 31-Schuss-Magazin lässt die gleichen Ge- und Missbrauchsmöglichkeiten zu wie eine mit 9-, 19- oder 29-Schuss-Magazin. Dessen ungeachtet soll künftig das Fassungsvermögen (die «Ladekapazität») des Magazins entscheiden, ob ein Halbautomat zu den bewilligungspflichtigen oder zu den verbotenen Waffen gehört.

Zu halbautomatischen Feuerwaffen umgebaute Seriefeuerwaffen

Zu Halbautomaten umgebaute Seriefeuerwaffen sind den Seriefeuerwaffen rechtlich gleichgestellt. Grund hierfür ist die Befürchtung, dass sie leicht zu Seriefeuerwaffen zurückgebaut werden könnten. Eine Ausnahme bilden die zu halbautomatischen Feuerwaffen umgebauten Serieordonnanzwaffen der Schweizer Armee. Diese hunderttausendfach besessen Gewehre gelten heute als halbautomatische Waffen, würden mit der Revision des Waffengesetzes aber ebenfalls verboten.

Zentralfeuer- und Randfeuerpatronen

Patronen können auf verschiedene Weise gezündet werden. Am Zentral- und Randfeuerzündung. Randfeuerpatronen haben einen schlagempfindlichen Zündsatz im dünnwandigen Rand der Patronenhülse. Aus diesem Grund eignen sie sich nur für geringe Drücke und Leistungen; heute sind sie nur noch für kleinkalibrige Sportwaffen in Gebrauch. Bei Zentralfeuerpatronen liegt der Zündsatz hingegen in einem zentral in der Hülse eingesetzten Zündhütchen. Hierdurch kann die Hülse dickwandiger ausgeführt werden und so höheren Drücken widerstehen. Dementsprechend eignen sie sich für höhere Leistungen und alle grosse Kaliber. Die zugehörigen Waffen unterscheiden sich prinzipiell dadurch, dass bei Randfeuerpatronen zur Zündung am Rand, bei Zentralfeuerpatronen hingegen in der Mitte angeschlagen wird. Die in der Revision vorgesehenen Änderungen betreffen die halbautomatische Zentralfeuerwaffen.

Faustfeuerwaffen und Handfeuerwaffen

Faustfeuerwaffen und Handfeuerwaffen unterscheiden sich in der Handhabung. Faustfeuerwaffen werden beim Schiessen – mit einer oder mit beiden Händen – frei gehalten. Handfeuerwaffen werden hingegen mit immer mit beiden Händen gehalten und an die Schulter angelegt. In unserem aktuellen Waffenrecht gelten für Faustfeuerwaffen (auch «Kurzwaffen»; im Wesentlichen Pistolen und Revolver) und Handfeuerwaffen (auch «Langwaffen»; im Wesentlichen Gewehre und Flinten) die gleichen Vorschriften, und die Unterschiede zwischen den beiden Waffenarten sind nirgends rechtlich genügend definiert, trotz der auf den ersten Blick klaren Unterschiede. Tatsächlich existieren diverse Feuerwaffen, die aufgrund ihrer Bauweise sowohl als Faust- als auch als Handfeuerwaffe gelten können.

 

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