Letzten Mittwoch erhielt die IGS die Nachricht, der Schiesssportverein «Dynamic Shooting Napf» spende der Referendumsträgerin 8’000 Franken — fast das gesamte Vereinsvermögen. Die Begründung des Vereins im Originallaut: «Was nützt uns ein hohes Vereinsvermögen, wenn wir unser Hobby nicht mehr ausüben können?» Zwei Tage später teilte uns der «Dynamic Shooting Club 357» mit, er werde uns 10’000 Franken, die Hälfte des Vereinsvermögens, überweisen. Das Geld in der Kasse nütze nichts, wenn der Sport wegen der Waffenverbote nicht mehr betrieben werden könne.

Dank

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich für diese Spenden bedanken. Das unserer Kampagne entgegengebrachte Vertrauen freut uns sehr. Wir sind uns bewusst: Wir verbrennen nicht abstrakte Finanzmittel irgendwelcher ordnungspolitisch desorientierter Wirtschaftsverbände, sondern verwenden das Geld konkreter Personen, die aufgrund einer beispiellos gleichgültig, geringschätzig und herablassend handelnden Bundesrats- und Parlamentsmehrheit für nichts und wieder nicht in ihrer Freiheit beschnitten und in ihrer Lebensführung beschränkt werden sollen. Dementsprechend sorgfältig werden wir die Spenden auch einsetzen.

Warnung

Grosso modo wird die Mobilisationen der Waffenbesitzer und bürgerrechtlich Engagierten immer besser. Doch leider gibt es immer noch Schützen und Verfechter einer aufgeklärt-liberalen Gesellschaftsordnung, die meinen, mit der Revision des Waffengesetztes ändere sich nichts Wesentliches. Ihnen sei zugerufen: Der Entschluss dieser Vereine fiel nicht umsonst! Die Zeichen stehen an der Wand! Die versprochenen Ausnahmebewilligungen sind erstens nicht einfach ein anderes, teureres Papier als der Waffenerwerbsschein, sondern vielmehr Ausnahmen vom staatlichen Verbot für Privatpersonen, handelsübliche Feuerwaffen zu erwerben und zu besitzen. Und zweitens werden sie sowieso nur auf Zeit erteilt, denn wegen des automatischen Verschärfungsmechanismus in Artikel 17 der EU-Waffenrichtlinie wird schon in 3-8 Jahren das absolute Verbot für Halbautomaten kommen. Ein Ja am 19. Mai trifft dementsprechend nicht nur den Schiesssport ins Mark, sondern auch unsere seit 1848 bewährte, freiheitliche Gesellschaftsordnung, die auf der Idee beruht, dass die Einwohnerinnen und Einwohner ihre Menschenrechte nicht als Geschenk von der Regierung erhalten. Den Kopf weiter in den Sand zu stecken, kann nun wirklich keine Option mehr sein!

Frage

Wenn Schiesssportvereine ihr Vermögen an die Referendumskampagne spenden — wäre es für die Journalisten der grossen Zeitungen dann nicht endlich an der Zeit, sich einmal ernsthaft zu überlegen, ob sie in ihrer Berichterstattung die PR der Befürworter, wonach «sich für Schützen praktisch nichts ändert», wirklich wie bis anhin mehr oder weniger unkritisch weiterverbreiten wollen? Immerhin wäre es als vierte Gewalt im Land doch ihre Aufgabe, zuerst einmal festzuhalten, was tatsächlich ist (und nicht, was das eine Lager eines Abstimmungskampfes behauptet). Auf den Meinungsseiten könnte man ja dann immer noch schreiben, der Schiessport gehöre abgeschafft und der private Waffenbesitz habe überhaupt nichts mit Menschenrechts- und Bürgerrechtsschutz zu tun…

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