2011, als die Linksgrünen mit der «Schutz vor Waffengewalt»-Initiative das Recht auf Waffenbesitz abschaffen wollten – angeblich, um Frauen vor häuslicher Gewalt durch unbescholtene Waffenbesitzer zu bewahren –, war Doris Fiala strikte dagegen. Sie nahm Einsitz in ein bürgerliches NEIN-Komitee und machte an der Versammlung ihrer Kantonaldelegierten Folgendes klar:

«Als Frau und Mutter lehne ich die Initiative entschieden ab. Denn sie erhöht die Sicherheit nicht und kann leider auch Suizide nicht verhindern» Quelle

Jetzt – nachdem die Privatwaffenkäufe in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind, die sowieso schon sehr tiefe Missbrauchsquote hingegen noch weiter abgenommen hat –, ist die Frau und Mutter Doris Fiala ein wenig anderer Meinung. Jetzt findet Sie die Abschaffung des Rechtes auf Waffenbesitz sowie das explizite Erwerbs- und Besitzverbot für handelsübliche Feuerwaffen gut. So gut, dass sie in ein spezifisch weibliches JA-Komitee Einsitz nahm und auf der Website der FDP-Frauen Folgendes klarmacht:

«Nur noch Menschen, die einen fachgerechten Umgang mit Schusswaffen vorweisen können (sic!), sollen eine Waffe erwerben können. (…) So wird dem illegalen Waffenerwerb ein Riegel geschoben und die Sicherheit für Frauen nachhaltig gesteigert.» Quelle

Es gibt keinen Grund für ein JA am 19. Mai. Schengen ist nicht in Gefahr, Entwaffnung ist kein Kompromiss, und das Waffenrecht ist nicht «Schützenrecht», sondern Bürgerrecht. Der einzige Grund, warum die unsägliche Waffengesetzrevision überhaupt eine parlamentarische Mehrheit fand, sind FDP- und CVP-Politiker wie Doris Fiala. Dummerweise fiel das Waffenrichtlinien-Geschäft in die Vorphase des Abstimmungskampfes zur Selbstbestimmungsinitiative der SVP. Doris Fiala & Co. standen vor der Wahl: Entweder die Richtlinie nicht zu übernehmen – und damit das Gleiche zu tun wie der bürgerliche politische Gegner – oder aber der Unversehrtheit der parteipolitischen Demarkationslinien zuliebe mit totaler Verantwortungs- und Prinzipienlosigkeit der Bürgerin genau das ins Gesetz zu schreiben, was man noch 2011 an der Urne abzuwenden mithalf.

Welche Wahl sie trafen, ist bekannt. Jetzt gilt es, sie zu korrigieren.

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